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Die Perserkriege

Der Ionische Aufstand verändert das griechisch persische Verhältnis sehr nachhaltig. Der Aufstand in Kleinasien zeigt dem persischem Herrscher, daß der Westrand seines Reiches gefährdet ist. Deshalb faßt König Dareios den Entschluß, eine Expedition nach Griechenland zu machen, um das hellenischen Land zu unterwerfen. Eines Überlieferung zur Folge soll König Dareios einen Sklaven beauftragt haben, ihn jeden Tag mit den Worten "Herr, gedenke der Athener" an diese Aufgabe zu erinnern.

Deshalb beginnen die Perser im Jahr 492 v. Chr. die Gebiete Thrakiens und Makedoniens zu sichern, die sie bereits 512 v.Chr. abhängig machten. Die persische Flotte wird zwar in Stürmen dezimiert, aber es gelingt den Persern bald die Obergewalt in der nördlichen Ägäis besitzen. Der erste Perserzug beginnt im Jahre 490 v. Chr. mit einer Flottenaktion gegen die Städte, die sich im ionischen Aufstand gegen die Perser gestellt hatten. Zuerst erobern die Perser die Ägäisinsel Naxos, und landen in Euböa. Sie zerstören die Stadt Eretria, und wenden sich gegen Athen. In Athen hat 490 v. Chr. Militiades, der zu den 10 Strategen gehört, den größten Einfluß. Seine Familie besaß große Gebiete in Thrakien, aber sie wurde jedoch durch persischen Einmarsch 492 v. Chr. vertrieben. Auf Rat des Militiades ziehen die Athener den Persern in der Ebene von der Marathon, ca. 40 km östlich von Athen gelegen, entgegen. In der Schlacht bei Marathon setzt sich die Hoplitenphalanx gegen die Perser durch. Auf athenischer Seite sterben 200 Mann, doch die Perser verlieren 6000 Leute und ziehen sich zurück. Ein Bote soll die Siegesbotschaft nach Athen zurück getragen haben, und soll dort tot zusammengebrochen sein. Dies ist der legendäre Ursprung des Marathonlaufes.

Der Sohn des Dareios, Xerxes, übernimmt nach dem Tod des Vaters die Aufgabe des Feldzuges gegen Griechenland. Der 2. Perserkrieg im Jahre 480/79 v. Chr. ist ein noch größeres Unternehmen. Griechenland wird davon nicht unvorbereitet getroffen. Nach dem Tode des Miltiades wird Themistokles die führende Figur Athens und vergrößert die Flotte. Dies ist seine Interpretation eines Orakels von Delphi, das prophezeite, daß Athen vor den Persern hinter hölzernen Mauern Schutz suchen solle. Im Angesicht der drohenden Gefahr schlossen sich bereits im Jahre 481 v. Chr. die griechischen Städte zu einem Schutzbündnis zusammen.

Der persische Angriff erfolgt im Jahre 480. Deren Flotte trifft auf einen griechischen Sperrgürtel am Kap Artemission. Zeitgleich treffen die persischen Truppen an einem Paß der Thermopylen, die vom Spartanerkönig Leonidas und seiner Schar Spartiaten verteidigt wird. Die griechischen Schiffe ziehen sich zurück, vor die Insel Salamis, wohin bereits die athenische Bevölkerung evakuiert worden war. Die persischen Truppen umgehen die Thermopylen und fallen den Spartiaten in den Rücken, die bis zur vollständigen Vernichtung kämpfen. Leonidas und seinen Spartiaten hat man später ein Denkmal mit einer berühmten Inschrift gesetzt. In der Übersetzung von Friedrich Schiller heißt es :

Wanderer, kommst Du nach Sparta, verkündige dorten, Du hast uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz uns befahl.

Die Griechen schaffen es jedoch in der Seeschlacht bei Salamis die schwerfällige persische Flotte zu besiegen. Das persischen Landheer hingegen zerstört Athen und wird erst 479 v. Chr. in der Schlacht von Plataiai aufgerieben. Zur selben Zeit kann die griechische Flotte die persische Flotte bei Mykale erneut besiegen, was die Perser auf lange Jahre schwächt. Damit ist der Grund zwischen dem kleinen Griechenland und dem ungleich größerem persischem Reich beendet. Die Gründe für den Sieg der Griechen waren:

Die Perser wollten keinen Kulturkampf gegen die Griechen führen, was sich daran zeigt, daß sie das Orakel von Delphi unangetastet ließen. Sie führten nur einen Krieg, um die Verbündeten der aufständischen Kleinasier zu unterwerfen. Der Sieg gibt den Griechen großes Selbstbewußtsein, und läßt Athen unter der Führung des Perikles einem ungeahnten Aufschwung in wirtschaftlicher und kultureller Sicht erleben.